Wissenschaftliche und logistische Koordination

Das Teilprojekt 1 befasst sich mit allen inhaltlichen und zeitlichen Abläufen. Das Teilprojekt ist in zwei Aufgabenbereiche untergliedert.

Die wissenschaftlich-inhaltlichen Gemeinschaftsaufgaben werden vom Institut für Bodenkunde an der Universität Hamburg koordiniert und dienen maßgeblich der wissenschaftlichen Abstimmung zwischen den deutschen und russischen Partnern. Des Weiteren werden innerhalb dieses Teilprojektes die Zusammenführung der gewonnenen Ergebnisse und die Einbindung der Daten in PANGAEA, ein digitales Bibliothekssystem für Daten aus der Erdsystemforschung und den Umweltwissenschaften, ermöglicht.

Die logistisch-technischen Ausgaben zur Vorbereitung und Durchführung der Expeditionen sowie die Abstimmungen und Beschaffung von Forschungsgenehmigungen wird durch das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam gewährleistet. Zusätzlich werden gewonnene Permafrostproben und Kerne vom Alfred-Wegener-Institut dokumentiert und archiviert.

Ziele und Meilensteine:

  • Planung und Durchführung von Projekt- und Arbeitstreffen
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs
  • Stärkung der Wissenschaftlichen-Technischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Russland
  • Koordination und Vorbereitung von Expeditionen
  • Datenmanagement und Archivierung von Permafrostproben
  • Öffentlichkeitsarbeit

© J. Walz: Verpflegung für die Forschungsstation auf der Insel Samoylov

Antragssteller:

  • Prof. Dr. Eva-Maria Pfeiffer (Universität Hamburg)
  • Prof. Dr. Guido Grosse (Alfred-Wegener-Institut Potsdam)

Projektmitarbeiter:

  • Dr. Tim Eckhardt (Universität Hamburg)

Russische Partner:

  • Prof. Dr. Dmitry Yu. Bolshiyanov (Staatliche Universität St. Petersburg und Institut für Arktis- und Antarktisforschung)
  • Dr. Irina V. Fedorova (Otto-Schmidt-Labor und Staatsuniversität St. Petersburg)
  • Dr. Mikhail N. Grigoriev (Melnikov Permafrost Institut, Russische Akademie der Wissenschaften Jakutsk)

Neuigkeiten

Publikation

Die Zerlegung CO2 Flüssen (erhoben mit der Eddy Kovarianz Methode) in Respiration und Photosynthese wurde nicht, wie üblich, nur für den gesamten Footprint durchgeführt, sondern stattdessen für jeweils zwei Vegetationsklassen. Dabei konnte eine unterschiedliche Saisonalität in den Nettoaufnahmen von Büschen und Seggen aufgedeckt werden. Somit ist die Flusszerlegung ein nützliches Werkzeug, um Einblicke in die phänologische Dynamik von Vegetationsklassen zu erhalten, sowie in deren jeweilige Fluss-Flusstreiber-Beziehungen mit Hilfe von ökophysiologisch interpretierbaren Parametern (Rößger et al., 2019, Biogeosciences Discuss).

20 Jahre Lena Expedition

Vom 17.-19.10. trafen sich deutsche und russische Wissenschaftler, Techniker und Studenten um 20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit im Lena Delta und der Laptewsee zu feiern. Bei dem Treffen in St. Petersburg wurden auch zukünftige Expeditionspläne diskutiert und gemeinsame Forschungsstrategien entwickelt. Organisiert wurde das Treffen vom Institut für Arktis- und Antarktisforschung in St. Petersburg, dem Alfred-Wegener-Institut in Potsdam, dem Melnikov Permafrost Institut in Jakutsk und dem Institut für Bodenkunde in Hamburg.

© Arctic and Antarctic Research Institute, St.Petersburg: Teilnehmer des Symposiums "20 Jahre LENA-Expeditionen"

Publikation

Die Auftrennung des Netto-CO2-Ökosystemaustausches zweier Mikrosites im Lena Delta hat gezeigt, dass sowohl Polygonzentren wie auch Polygonwälle eine Senke für atmosphärisches CO2 während einer Vegetationsperiode sind. Die Menge des aufgenommen CO2 variiert allerdings zwischen den beiden Standorten. Desweiteren konnte gezeigt werden, dass die autotrophe und heterotrophe Atmung unterschiedlich auf sich verändernde hydrologische Bedingen reagieren (Eckhardt et al. Biogeoscience Discuss. 2018).

Publikation

Treibhausgasproduktion in degradierendem Permafrost in Nordost-Sibirien ist von den klimatischen Bedingungen zur Zeit der Ablagerung abhängig. Ablagerungen des spätpleistozänen Yedoma produzierten im Allgemeinen mehr CO2 als holozäne Ablagerungen. Die Abbaubarkeit der organischen Substanz muss daher vor dem Hintergrund der Paleo-Geschichte interpretiert werden. Die Abbaubarkeit lässt sich jedoch nicht ausschließlich durch stratigraphische Position verallgemeinern (Walz et al. Biogeoscience 2018).